Interview

Interview mit Monika Löffler, Diplombiologin und seit 2005 bei der Rietenauer Mineralquellen GmbH tätig, zunächst als Labormitarbeiterin und seit 2007 als Leiterin der Abteilung Qualitätssicherung. Frau Löffler ist zuständig für die Bereiche Administration und Personal, sowie für die Überwachung der mikrobiologischen und chemisch-technischen Untersuchungen im Labor.

Auf Mineralwasserflaschen findet man immer ein Haltbarkeitsdatum - was geht denn am Wasser kaputt?
Rein prinzipiell geht am Mineralwasser nichts kaputt!

Und warum sollte man es nach einer bestimmten Zeit nicht mehr trinken?
Mineralwasser, das unter hygienischen Bedingungen in Glasflaschen abgefüllt wurde, kann auch noch nach fünf Jahren problemlos getrunken werden. Der Gesetzgeber fordert, dass jedes verpackte Lebensmittel mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum ausgezeichnet werden muss. Alles was zu weit in der Zukunft liegt, wäre für den Verbraucher etwas ungewöhnlich - daher geben wir zwei Jahre vor. Dies ist im Vergleich zu anderen Lebensmitteln schon relativ lange. Das Mineralwasser ist nach dieser Zeit noch lange nicht schlecht.

Und Wasser in Plastikflaschen?
Hier ist es anders, PET-Flaschen sind durch ihre materielle Beschaffenheit sowohl für Luft als auch für Kohlensäure durchlässig. Die Kohlensäure kann dadurch langsam entweichen - und dann ist die Qualität nach einem gewissen Zeitraum nicht mehr gegeben. Das haben wir bei einer Glasflasche nicht, da geht nichts rein und kommt nichts raus.  

Zur Qualität gehört ja auch der Geschmack des Wassers - überprüfen Sie diesen auch?
Natürlich: In der täglichen Sensorik wird jede Produktionscharge verkostet.  

Das heißt, Sie trinken den ganzen Tag Wasser?
Ja! (lacht) Wenn wir im Labor die Produktionskontrolle durchführen, holen wir in bestimmten Abständen Proben aus der Produktion, die wir dann verkosten. Einmal am Tag findet die große Sensorik mit fünf geschulten Mitarbeitern statt. Dabei wird eine aktuelle Probe gegen eine Vergleichsprobe aus einer vorangegangenen Abfüllung verkostet. Wir sind in soweit geschult sämtliche Produkteigenschaften wie Geruch, Geschmack, Farbe etc. sensorisch erkennen und bewerten zu können, um so eine gleich hohe Qualität unserer Produkte zu garantieren.

„Ursprünglich rein“ - was bedeutet das eigentlich?
„Ursprünglich rein“ bedeutet, dass unser Mineralwasser so abgefüllt wird, wie es ursprünglich aus der Quelle kommt. Wir bei Rietenauer können auf eine Wasseraufbereitung verzichten. Es gibt Wässer, die braun und schlammig aus der Quelle kommen. Diese müssen dann durch filtrieren, enteisen und entmanganisieren aufbereitet werden. Das ist bei uns alles nicht notwendig - das Rietenauer Mineralwasser, kommt so klar und frisch aus der Quelle, wie es in der Flasche ist. Es wird nur noch mit Kohlensäure versetzt - außer natürlich unser Mineralwasser ohne Kohlensäure.

Wir beobachten viele Diskussionen um das Thema Inhaltsstoffe. Ist es besser, wenn man ein Wasser mit hoher Mineralisierung zu sich nimmt oder eines, das stark bereinigt ist?
Wichtig beim Mineralwasser sind in erster Linie der Calcium- und Magnesiumgehalt - je höher, desto besser. Kalium, Hydrogencarbonat, Sulfat, sind Stoffe, die zwar wichtig sind, auf die man im Normalfall aber nicht gesondert achten muss.

Wer sollte denn besonders auf Inhaltsstoffe achten?
Wer sich natriumarm ernährt, sollte darauf achten, wie viel Natrium ein Mineralwasser hat. Mineralwasser, das unter 20 mg/l an Natrium aufweist, darf als natriumarm deklariert werden und ist für natriumarme Ernährung geeignet. Einen vermehrten Bedarf an Calcium und Magnesium haben besonders Sportler und diejenigen, die körperlich anstrengende Arbeiten verrichten. Aber Calcium und Magnesium sind generell für jeden wichtig. Lieber trinke ich Mineralwasser, welches viel Calcium und Magnesium enthält, als in die Apotheke zu gehen und mir Tabletten zu holen.

Und was die Zubereitung von Babynahrung angeht?
Für Babynahrung ist Mineralwasser geeignet, das niedrig mineralisiert ist. Man sollte schon darauf achten, dass man einem Baby kein Mineralwasser mit einem hohen Mineraliengehalt in zu hohen Dosen gibt, da viele Mineralstoffe, die noch nicht fertig ausgebildeten Nieren der Säuglinge belasten.

Kann man anstatt von Mineralwasser nicht auch einfach Leitungswasser trinken?
Leitungswasser ist von der Mineralisation her recht niedrig. Man kann natürlich Leitungswasser trinken, das bleibt jedem selbst überlassen. Aber wenn man wirklich auf seine Calcium- und Magnesiumversorgung achten möchte, dann sollte man doch Mineralwasser trinken. Man sollte auch bedenken, dass Leitungswasser durch alte Wasserrohre mit Blei bzw. durch neue Wasserrohre mit Kupfer belastet sein kann. Ganz zu schweigen von Kot und Kadavern von Wasserasseln.

Das heißt also, man kann Leitungswasser trinken - aber wenn man sich etwas Gutes tun will, dann sollte man Mineralwasser trinken.
Ganz genau!